Die Jäger der Jägerschaft Polßen waren auch in diesem Jahr wieder sehr engagiert für die Kitzrettung. Bisher konnten an insgesamt 10 Suchtagen 46 Rehkitze auf einer Fläche von 300ha vor dem grausamen Mahdtod gerettet werden. Die Suche ist Stand heute noch nicht abgeschlossen, sollte (Stand 11.Juni). Zum Vergleich: 2025 wurden an 5 Einsatztagen 29 Rehkitze gerettet. Dieses Jahr half dabei die von der Jägerschaft neu erworbene sogenannte Wärmedrohne DJI Matrice 4T – eine große Erleichterung im Gegensatz zu früheren Jahren, als mit hohem personellen Aufwand und mit dem Einsatz von Hunden die Felder abgelaufen wurden! Diese Drohne mit Wärmebildkamera wurde für die Kitzrettung über den Jagdverband Ost Uckermark mithilfe des Förderprogramms des Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gekauft: Es wurde nur ein Teil des Kaufpreises gefördert, für den Rest war eine hohe Summe von Eigenmitteln notwendig, die durch Spenden ansässiger Landwirte, Jäger und der Sparkasse Uckermark eingeworben wurde. Ein paar erklärende Worte zum Ablauf der Rehkitzrettung: Für die Suche mit dieser Drohne braucht es den starken Wärmekontrast. Dafür wird in den frühen Morgenstunden begonnen, wenn es noch möglichst kühl ist und sich die warmen Rehkitze deutlich von der kühlen Wiese im Bild der Wärmebildkamera abheben. Los geht es meistens in der Dämmerung um 4 Uhr morgens und für die Suche auf z.B. 40-60 ha benötigt man meist 3 Stunden. Im Durchschnitt sind die Jäger mit ca. 8 Leuten im Einsatz: ein Drohnenpilot (fiegt die Drohne), ein Funkkoordinator (lotst die Suchenden an die richtige Stelle), zwei Leute, die die Kisten zubringen und jeweils zwei Zweier- Suchteams, die vorsichtig durch die hohe Wiese laufen und die Kitze mit dicken Handschuhen und Grasbüscheln aus der Wiese nehmen und in die Kisten setzen. Die Handschuhe und das Grasbüschel sind notwendig, damit der menschliche Geruch nicht am Kitz kleben bleibt und die Ricke ihr Kitz später wieder annimmt. Die Kisten werden gut sichtbar markiert und auf den großen Schlägen stehen gelassen oder bei kleineren Flächen an besonderen Stellen am Rand abgestellt. Ist die gesamte Fläche abgesucht und sind die Kitze geborgen, kann sich der Landwirt im Anschluss beruhigt um die Mahd kümmern. Nach Ablauf der Mahd werden die Kitze wieder aus den Kisten genommen, in die Wiese gesetzt und von den Ricken innerhalb kurzer Zeit wieder angenommen und versorgt. Wir möchten an dieser Stelle unseren großen Respekt und herzlichen Dank den Jägern der Jägerschaft Polßen und allen anderen Jägern und Helfenden für ihren tatkräftigen Einsatz der Hege des Rehwilds aussprechen! Text: Katarina Reichmann, Fotos: Sebastian Völker
Unbedingt merken! Vortrag von Chris Balke am 22.August 2026
- Details
- 22.08.2026
Chris Balke ist Deutschland einziger hauptberuficher Nachsuchenführer und wird uns an diesem Vormittag aus seinem Erfahrungsschatz berichten















